Der Förderpreis

 

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Ausschreibung Förderpreis 2010 [PDF]

 

Seit 1951 vergibt der Westfälische Kunstverein alle zwei Jahre einen Förderpreis an junge Nachwuchskünstler und -künstlerinnen aus Westfalen. In der Regel gattungsspezifisch ausgeschrieben, gab es in wechselnder Folge Preise für Malerei, Skulptur und Fotografie, aber auch für Architektur und Jazz. In den letzten Jahren war der Preis nicht einer bestimmten Gattung zugeordnet, sondern wurde in einen thematischen Zusammenhang gestellt; die kritische Befragung vorhandener Fremdenfeindlichkeit, das Entstehen neuer Kommunikationsformen mit dem Aufkommen digitaler Medien oder einfach der für Münster traditionelle Wochenmarkt bildeten die Grundlage für die Ausschreibungen Der bessere Mensch? (2000/01), CHAT (2002) und Wochenmarkt (2004).

2010 lautet das Thema des Preises KONZEPTUELLE STRATEGIEN. Vor dem Hintergrund der besonderen Situation des Westfälischen Kunstvereins ohne festen Ausstellungsraum bis zur Fertigstellung des Landesmuseums wird der Westfälische Kunstverein sein Programm im Jahr der Grundsteinlegung des Neubaus – und somit auch seines neuen Ausstellungsraums – unter dem Begriff „FUNDAMENTE“ gestalten. Der Kunstverein besinnt sich dabei auf seine existierende Basis und schafft sich neue Grundlagen für die Zukunft. So sollen neue Fundamente gelegt werden – mit künstlerischen Projekten, die nach der Substanz des Kunstvereins aber auch des künstlerischen Handelns fragen. Es ist der Geist des frühen 19. Jahrhunderts mit seinem bürgerlichen Engagement, dem die Kunstvereine heute Ihre Legitimation verdanken, aber es sind vor allem die künstlerischen Avantgarden der 1960er und 70er Jahre, die heute die programmatische Ausrichtung der Institution nachhaltig prägen. In diesem Sinne soll für den diesjährigen Förderpreis im Jahr der FUNDAMENTE thematisch auf diese Zeit zurückgegriffen werden und unter dem Motto: „konzeptuelle Strategien“ ausgeschrieben werden. In den vergangenen Jahren haben sich viele junge Künstler in ihrer Arbeit auf die Zeit der 1960er und 70er Jahre bezogen, aber vor allem daraus aktuelle Sichtweisen entwickelt und die Ideale der Generation ihrer Eltern kritisch hinterfragt und ästhetisch aktualisiert. Der diesjährige Förderpreis soll daher eine Künstlerin oder einen Künstler auszeichnen, der eine konzeptuelle Herangehensweise als Fundament künstlerischer Arbeit versteht, gleichzeitig aber aktuelle thematische Anknüpfungspunkte und eigenständige Ausdrucksformen dafür findet. Es gibt daher in diesem Jahr keine medienspezifische Gattungsbeschränkung.

Eine Fachjury, bestehend aus Melanie Bono, Mirjam Thomann, Gregor Stemmrich und Katja Schroeder, wird aus den eingereichten Bewerbungen eine/n Preisträger/in und rund zehn künstlerischen Positionen auswählen, die von Juni bis August in einer Ausstellung des Westfälischen Kunstvereins präsentiert werden.