RADAR: Jan Hoeft

 

„Curiosity Gap“

31. Oktober 2015 - 17. Januar 2016

EröffnungFreitag, 30. Oktober 2015 um 
19 Uhr
(Eintritt frei)
Ausstellungsort"Galerie der Gegenwart"
Zugang über den Westfälischen Kunstverein, Rothenburg 30,
48143 Münster
ÖffnungszeitenDienstag-Sonntag von 11-19 Uhr
Eintrittfrei

Ab diesem Herbst zeigen das LWL-Museum für Kunst und Kultur und der Westfälische Kunstverein in Kooperation aktuelle Positionen jüngerer noch weitgehend wenig bekannter Künstlerinnen und Künstler in der Galerie der Gegenwart. Die gemeinsame Ausstellungsreihe läuft unter dem Titel RADAR. Den Auftakt macht der Kölner Künstler Jan Hoeft (*1981) mit der Ausstellung „Curiosity Gap“. 

Der Name der Ausstellungsreihe RADAR verweist auf die Beobachtung anregender Kunstproduktionen. Die ausgestellten Werke geben Einblicke in ein aktuelles Arbeits- oder Interessensfeld, ohne die Entwicklung eines Gesamtwerks bereits ins Blickfeld zu rücken. Damit sind das Experimentieren, Scheitern und Erproben wichtige Aspekte des kooperativen Konzepts zwischen dem LWL-Museum für Kunst und Kultur und dem Westfälischen Kunstverein. Mit RADAR vermittelt die Galerie der Gegenwart  erstmals räumlich, konzeptuell und inhaltlich zwischen den beiden Institutionen. Während der Laufzeit der Ausstellungen ist der Raum über den Kunstverein begehbar. Die Galerie wird somit nicht nur als Schaufenster genutzt, sondern kann sowohl von innen als auch von außen betrachtet werden.  

 

Mit seiner Ausstellung „Curiosity Gap“ greift auch Jan Hoeft den Innen- und den Außenbereich auf. Als erster Künstler der Reihe RADAR schafft er eine Bühnensituation: ein Backdrop im Hintergrund, im Vordergrund Spotlights. Was die Scheinwerfer beleuchten, ist erst bei näherem Herantreten an die Fenster oder beim Betreten des Raumes erkennbar. Dort liegen zwei kreisrunde Asphaltflächen auf dem Boden. Doch darauf stehen keine Popstars, beleuchtet werden vielmehr mit weißer Straßenfarbe aufgemalte Symbole, die aus der Alltagskultur stammen. Stilisierte Hände formen das Victory-Zeichen, einmal ist die Handinnenfläche zu sehen, einmal der Handrücken. Diese Geste, jedoch leicht verändert, hat in verschiedenen Kontexten und Kulturkreisen völlig unterschiedliche Bedeutungen. Sie reichen vom Friedenssymbol bis hin zu einer beleidigenden oder gar sexuell konnotierten Gebärde. Ein ähnlich mehrdeutiges Sinnbild findet sich im Außenraum gegenüber der Galerie der Gegenwart wieder: Dort hängen an den Schnürsenkeln zusammengeknotete Turnschuhe im Baum. Es sind jedoch nicht, wie sonst teilweise in Großstädten zu beobachten, alte abgetragene Schuhe. Ganz im Gegenteil handelt es sich um neue Nikes, die vom Künstler individuell designt in Schwarz, Rot und Gold bestellt wurden. Beide Arbeiten werfen Fragen nach gesellschaftlichen Traditionen und kulturell unterschiedlichen Codierungen auf und fokussieren vor allem die Frage, inwiefern sich diese in einer zunehmend globalisierten Welt verändern, umgedeutet oder gar missverständlich werden.


Jan Hoeft ist Absolvent der Jan Van Eyck Akademie Maastricht und der Kunsthochschule für Medien in Köln, wo er lebt und arbeitet. In seinen analytischen, oft lakonisch-ironischen Arbeiten verbindet er verschiedene sich ergänzende Medien, wie Fotografie, Video, Performance und Interventionen im öffentlichen Raum, mit dem Ansatz, aus unterschiedlichsten Perspektiven die zeitgenössische globalisierte Gesellschaft zu analysieren.

 

Die Eröffnung findet am Freitag, 30. Oktober 2015 um 19 Uhr parallel zu der Ausstellungseröffnung von Magali Reus „Halted Paves“ im Westfälischen Kunstverein statt. 

 

 Fotos: LWL/Hanna Neander

Eine Kooperation des LWL-Museums für Kunst und Kultur und des Westfälischen Kunstvereins in der Galerie der Gegenwart


Veranstaltungen

Eröffnung
Freitag, 30. Oktober um 19 Uhr, Eintritt frei

Künstlergespräch mit Jan Hoeft, Kristina Scepanski und Dr. Marianne Wagner
Freitag, 13. November um 19 Uhr 

Kunstpause mit Marijke Lukowicz
Donnerstag, 14. Januar um 12:30  Uhr

Langer Freitag
Geöffnet bis 22 Uhr, Eintritt frei
13. November 2015
11. Dezember 2015
8. Januar 2016 

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